Neugründung nach dem Krieg 1949 – 1958

Nachdem im Krieg und in den ersten Nachkriegsjahren das Vereinsleben völlig ruhte, konnte im Jahre 1949 langsam an eine Wiederaufnahme desselben gedacht werden. Der Vorsitzende der St. Martinus-Schützenbruderschaft Peter Bolten war der Erste, der an eine Wiederbelebung des Spiels dachte. Er besprach sich mit den alten Spielleuten Johann Verspeek und Konrad Donnè und unterbreitete ihnen seinen Vorschlag. Von diesem Vorschlag begeistert, gingen beide sofort an die Arbeit. Auf ihr Werben hin meldeten sich die früheren Spielleute Hubert Heinrichs, Heinrich Deckers und Johann Moors sowie einige jüngere Leute. So konnte mit 14 Mitgliedern der Neuanfang gewagt werden. Von den früheren Spielleuten übernahm Johann Verpeek die Ausbildung der Tamboure und Heinrich Deckers die der Flötisten.

Wenn man sagt, daß aller Anfang schwer sei, so trifft das ganz besonders auf die Neugründung des Korps zu. Nach der Währungsreform im Juni 1948 hatte jede Familie soviel Neuanschaffungen, daß nicht mehr viel für das Vereinswesen übrig blieb. Die erste Trommel, die uns die Familie Johann Bolten zur Verfügung stellte, war eine selbstgebastelte. Zwei neue Trommeln erhielten wir aus der damaligen Sowjetzone (spätere DDR) gegen Lebensmittel. Unser ältestes Mitglied, der Kassierer Johann Verspeek, saß oft bis in die Nacht hinein und richtete die Trommeln her, die wir irgendwo antiquarisch erwerben konnten. Wurde irgendwo ein Kälbchen totgeboren, waren wir sofort zur Stelle, um in den Besitz des Felles zu gelangen und es dann in Randerath gerben zu lassen. Bei der Maikirmes 1950 konnte das Korps erstmals wieder die St. Martinus Schützenbruderschaft bei ihrem Festzug begleiten. Die Kluft war damals noch recht einfach. Weißes Hemd mit schwarzer Krawatte. Dunkle Hosen hatten nur wenige Mitglieder.

 neugruendung

Im Jahre 1950 wählte man den ersten Vorstand nach dem Kriege. Er setzte sich wie folgt zusammen: Vorsitzender und zugleich Korpsführer = Hubert Heinrichs, 2. Vorsitzender = Theo Stefelmanns, Schriftführer = Helmut Nußbaum, Kassierer = Johann Verspeek. Der erste von uns besuchte Wettstreit war 1951 in Gereonsweiler. Es war für uns ein besonderes Erlebnis und eine Anregung für unsere Jugendlichen.

In den folgenden Jahren ging es immer mehr bergauf. Jede Woche wurde in der Werkstatt unseres Korpsführers Hubert Heinrichs fleißig geübt. 1953 bemühten wir uns um Uniformen. Jeder hielt die Augen auf, ob er irgendwo jemanden sah, der einen gut erhaltenen Militärrock trug. War ein solcher entdeckt worden, wurde sofort mit dem Besitzer verhandelt. Meistens wurde der Rock gegen einen anderen getauscht. Die Röcke wurden dunkelblau gefärbt und die Mitglieder waren stolz, als sie erstmals in diesen neuen Röcken aufziehen konnten.

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